es wieder zu verlieren."
Der Begriff Kung Fu kann wörtlich etwa mit "durch harte/geduldige Arbeit erreichtes Können" übersetzt werden und hat damit eigentlich keinen speziellen Bezug zu den Kampfkünsten. Dennoch hat er sich in vielen Teilen der Welt als Bezeichnung für die chinesischen Kampfkünste etabliert, so dass wir ihn auch an unserer Schule verwenden. Inzwischen häufiger verwendet und zutreffender ist der Begriff Wushu.
Es wird geschätzt, dass es in China mindestens 400 verschiedene Kung Fu Stile gibt. Dabei kommt dem Shaolin Kung Fu eine besondere Bedeutung zu, da hier über viele Jahrhunderte eine Kampfkunst auf höchstem Niveau entwickelt und das wohl umfangreichste Wissen zu den chinesischen Kampfkünsten konzentriert wurde.
Das zentrale Trainingselement im Kung Fu sind die Formen. Durch das Üben der Formen erlernt man Techniken und Prinzipien der Selbstverteidigung, erwirbt die nötige Kraft und Beweglichkeit und schult Koordination und Konzentration. Durch die regelmäßige Wiederholung der Bewegungen fließen Körper und Geist zusammen; man entwickelt sein Verständnis für die Kraft der Natur.
Integraler Bestandteil des Kung Fu Trainings sind auch Übungen für die Stärkung der inneren Kraft (Chi). Dafür sind verschiedene Qi Gong Übungen, wie z.B. die Pferdstellung, und Meditationstechniken, vorgesehen.
Jede Trainingsstunde beginnt mit Konditions-, Kraft- und Dehnungsübungen, die die körperliche Widerstandskraft und die allgemeine Körperbeherrschung verbessern. Durch diese Bewegungen werden die Organe stimuliert, die Muskeln trainiert und Energieblockaden gelöst.
Die Trainingsinhalte werden in 10 Stufen vermittelt. Bis einschließlich Stufe 9 ist für des Pensum einer Stufe etwa ein Jahr regelmäßiges Training erforderlich.
In der ersten Stufe werden die Grundlagen vermittelt sowie Kraft, Kondition und Beweglichkeit aufgebaut. Über kurze Übungssequenzen werden die Grundpositionen im Shaolin Kung Fu sowie Schlag- und Tritt-Techniken trainiert. Darauf aufbauend können dann die ersten Shaolin-Formen gelernt werden: Wu Bu Quan, Lian Huan Quan und Xiao Hong Quan.
Ab der 2. Stufe werden Holzpuppentechniken, Selbstverteidigung (Sanda) und Qi Gong Übungen trainiert. Neben weiteren Faustformen (Tong Bi Quan, Qi Xing Quan, Wuxing Bafa Quan) kommen mit dem Stock und dem Säbel die ersten Waffenformen dazu.
In diesen Stufen sind die Trainingsinhalte komplexer und schwieriger. Die Formen, wie etwa die Luohan Quan, Shaolin Quan, oder Pao Quan, sind länger und anspruchsvoller. Es wird jeweils eine weitere Form für den Stock und Säbel gelehrt und es kommen eine Reihe neuer Waffen dazu (Speer, Hellebarde, Schwert).
Das Selbstverteidigungs- und Qi Gong - Training wird intensiviert und um neue Inhalte ergänzt.
Wer in dieser Stufe trainiert, hat ein Zwischenziel erreicht, mehr nicht. Die Möglichkeiten des Shaolin Quan sind so vielseitig, dass selbst ein lebenslanges Training nicht ausreicht, alle Aspekte zu beherrschen. Für Schüler dieser Stufe ist es sinnvoll, daraus eine individuelle Auswahl zu treffen und sich entsprechend ihren Stärken und Interessen weiterzuentwickeln.
Entsprechende Fähigkeiten vorausgesetzt, kann bei Interesse in China eine Dan-Prüfung (Meistergrad) abgelegt werden.